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Woher stammt der Begriff Karneval?

Der Begriff Karneval, auch als "5. Jahreszeit" bekannt, kommt aus dem lateinischen und bedeutet "Das Fleisch geht", denn nach christlichem Glauben darf von Aschermittwoch bis Karfreitag kein Fleisch gegessen werden.

Während des europäischen Karnevals des 16. und 17.Jh. stand das ganze ordinäre "Fressen" im Vordergrund. Fleisch zu essen war zu dieser Zeit noch etwas Besonderes und nur zu bestimmten festlichen Anlässen geboten, zudem wollte man die letzten Tage vor Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch noch voll auskosten.

Kein Wunder, dass an den "tollen Tagen" noch mal so richtig die "Sau" rausgelassen wurde ;-)

Geht man noch weiter in die Geschichte zurück bis zu den alten Griechen und Römern, trifft man auf die orgiastischen Feste des Baccanal, Saturnal und Lupercal, die ebenso zu den Vorläufern des späteren Karnevals gehören wie die Narrenfeste und Maskentänze
des Mittelalters.

Die "5. Jahreszeit" beginnt am 11.11. und endet Punkt 0.00 Uhr in der Nacht von Faschingsdienstag auf Aschermittwoch mit der Beerdigung des Karnevals.


Bei der Altweiberfastnacht, dies ist immer der Donnerstag vor Faschingssonntag (Hochburg ist das Rheinland, vor allem Köln und Düsseldorf), übernehmen die Frauen das Regiment. Wehe dem Mann, der mit Krawatte erwischt wird ;-)

Die Historie des Rosenmontag

Der Karnevalsmontag ist für die Närrinnen und Narren ein ganz wichtiger Feiertag. Dieser Montag wird vor allem im Rheinland „Rosenmontag“ genannt. Woher der Namen kommt?

Der Begriff Rosenmontag entstand in Köln. Hier hat man schon (fast) immer Karneval gefeiert. Aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts (nämlich 1823) hat sich das „Festordnende Komitee“ gegründet, um dafür zu sorgen, dass der Karneval nun endlich in geordneten Bahnen abläuft (bis dahin muss es wild zugegangen sein...). Dieses Komitee hielt jeweils am Montag nach dem dritten Sonntag vor Ostern seine Sitzung ab. Dieser Sonntag hieß Rosensonntag, weil an diesem Tag der Papst eine goldene Rose weihte, die er einer wichtigen Persönlichkeit überreichte. Nun – und dann hat sich das Komitee, das den Karnevalsumzug organisierte, nach seinem Versammlungstermin genannt:
„ Rosenmontagsgesellschaft“. Und jetzt heißt also der Tag, an dem die Umzüge stattfinden, „Rosenmontag“.

Ostern ist definiert als der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlings (auf der Nordhalbkugel). Allerdings legte die Kirche den Frühlingsbeginn fix auf den 21. März, obwohl er astronomisch auch 1-2 Tage früher sein kann.

Aufgrund solcher Regeln stimmt das kirchliche Osterdatum nicht immer mit dem rein astronomisch berechneten Datum überein. Ostern wurde also ein beweglicher Festtag zwischen dem 22. März und dem 25. April.

Der Aschermittwoch liegt hierbei 46 Tage vor dem Ostersonntag.

Der erste organisierte Rosenmontagsumzug fand übrigens in Köln (im Rheinland also) statt! Inzwischen gibt es in vielen Städten des Rheinlandes und auch anderswo Umzüge. Die Menschen bauen bunte Wagen, mit denen sie durch die Straßen ziehen. Oft haben diese Umzüge ein bestimmtes Motto, manchmal ein politisches, oft aber werden ganz alltägliche Dinge durch den Kakao gezogen. Musikgruppen spielen Karnevalsmusik, die Menschen am Straßenrand „schunkeln“. Meistens gibt es ein „Prinzenpaar“, das mit seinem Wagen den Abschluss des Zuges bildet. Und für die Kinder ganz wichtig: Beim Karnevalszug werden ganz, ganz viele „Kamelle“ geworfen, Süßigkeiten, Blumensträußchen und andere schöne Dinge.

Auch in Süddeutschland gibt es an Rosenmontag Umzüge, aber die sind anders als im Rheinland. Menschen mit Masken, die oft schaurig aussehen, ziehen durch die Straßen und veranstalten einen höllischen Lärm. Man nennt diese Umzüge „Narrensprünge“.
So – und nun – egal wo ihr seid: Wir wünschen euch Alaaf, helau, nari-naro, vor allem aber viel Freude an Karneval, Faßnacht und Fasnet!

Weiberfastnacht

Schon im Mittelalter wurde in den Kölner Klöstern am Donnerstag vor Fastnacht die so genannte Pfaffenfastnacht gefeiert. Besonders in den Nonnenklöstern muss es hoch hergegangen sein. Aus dem Benediktinerkloster St.Mauritius wird vom Karneval 1729 berichtet, dass man die Fastnacht in voller Lust gefeiert hätte, und alle Nonnen seien verkleidet gewesen. Am Tag wurde getanzt und gesprungen und des Nachts, als die Äbtissin schlafen gegangen war, wurde bei Kaffee und Tee Karten und Dame gespielt.

Die Pfaffenfastnacht verschwand mit dem Einzug der französischen Revolutionsarmee 1794 in Köln, als alle Klöster aufgelöst wurden.

Auch auf den Straßen Kölns wurde von den Frauen Weiberfastnacht gefeiert, besonders von der Marktfrauen auf dem Altermarkt. Die Frauen rissen sich gegenseitig die Mützen und Hüte vom Kopf. Das Ganze nannte man "Mötzebestot" (kölsch für "Mützenbestapelung"). Der Hintersinn dieses Brauchs liegt in der Bedeutung des Sprichworts "unter die Haube bringen". Eine Tochter "unter die Haube bringen" heißt, sie zu verheiraten oder ins Kloster zu geben. Dieser Brauch hielt sich etwa bis gegen 1890.

Nach der Aufhebung der Märkte auf dem Kölner Alter Markt in den 1930er Jahren versuchte man dem Fest eine mehr offizielle Note zu geben, indem man die Flagge des Prinzen auf dem Rathausturm hisste, als Zeichen für die Eröffnung des Straßenkarnevals.

Nach dem Krieg wollte man unter den völlig gewandelten Voraussetzungen die Feier neu gestalten. In der Großmarkthalle an der Bonner Straße eröffnete 1950 das Dreigestirn erstmals die Weiberfastnacht. Auf Grund der Sicherheitsbedenken gegenüber der völlig überfüllten Halle musste diese Veranstaltung schon 1953 wieder aufgegeben werden. Seitdem veranstalteten die Altstädter (ein Traditionskorps des Kölner Karnevals) auf dem Alter Markt eine öffentliche Straßensitzung, die auch vom Dreigestirn besucht wird. Der Alter Markt ist dabei regelmäßig so voller Menschen, dass die Zugänge von der Polizei abgesperrt werden müssen.

Nachtrag zum "Krawattenabschneiden": Der Brauch, dass die Frauen den Männern an Weiberfastnacht die Krawatten abschneiden (um zu zeigen, dass sie an diesem Tag das Sagen haben), soll erst kurz nach 1945 Verbreitung gefunden haben. Allerdings ist schon seit einiger Zeit ein starkes Abflauen zu bemerken, was vielleicht daran liegt, dass kaum noch Männer an diesem Tag eine Krawatte tragen.